Der Klimawandel ist eine gewaltige globale Herausforderung.

Tausende auf der ganzen Welt sehen Climathon als ein wirksames Instrument, um Städte, Bürger und lokale Wirtschaften zur Bekämpfung des Klimawandels zu mobilisieren. Um (etwas) Ordnung in diesem Chaos zu schaffen und die grösstmögliche globale Wirkung zu erzielen, hat jede Stadt ihre eigenen lokalen Organisatoren. In Basel sind dies das Amt für Umwelt und Energie Kanton Basel-Stadt, die IWB und der Impact Hub Basel. Ergreife also Massnahmen und hilf mit, unsere lokalen Klimaherausforderungen in den Bereichen Ernährung, Mobilität und Energie zu lösen.

#Erneuerbare Energie

Basel hat, wie viele andere Städte auch, als Reaktion auf das Pariser Abkommen und das wachsende Bewusstsein für die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels neue Klimastrategien aktiv umgesetzt. Ein großer Teil der CO2-Emissionen der Stadt (ca. 40%) stammt aus dem Gebäudesektor, insbesondere aus dem Bereich Heizung und Kühlung. Wie können wir Einzelpersonen motivieren, sich für erneuerbare Heizoptionen zu entscheiden?

Während Basel das grösste erneuerbare Fernwärmenetz der Schweiz besitzt, heizen über die Hälfte aller Gebäude im Kanton noch mit Erdgas oder Öl (ca. 16’000 Gebäude). Die Zukunft der städtischen Nachhaltigkeit ist die erneuerbare Stadtteilenergie. Das neue Energiegesetz Basel-Stadt verpflichtet den Kanton zur Dekarbonisierung, indem es insbesondere alle auslaufenden fossilen Heizsysteme durch dezentrale und kleinere erneuerbare Fernwärmesysteme ersetzt.

Derzeit initiieren Energieversorger Fernwärmeprojekte. Darüber hinaus stehen die finanziellen Motivationen der EigentümerInnen und die persönlichen Präferenzen der MieterInnen oft im Widerspruch, was zu wenig Beitragsmöglichkeiten für die MieterInnen in dieser Angelegenheit führt.

Um den Energiewechsel zu erneuerbaren Fernwärmesystemen zu erleichtern, fragen wir uns, wie wir die MieterInnen zusammen mit den EigentümerInnen motivieren können, erneuerbare Wärmeverbünde zu initiieren und erfolgreich umzusetzen?

Die Lösungen sollten sich auf Folgendes konzentrieren:

  1. Präsentiert kreative und konkrete Lösungsszenarien für die Erstellung und Unterstützung von bottom-up Initiativen für Fernwärmesysteme.
  2. Denkt an digitale Plattformen und Apps, um die verschiedenen Interessengruppen miteinzubeziehen.
  3. Entwickelt Ideen für Kommunikationsinitiativen für BürgerInnen (MieterInnen und EigentümerInnen).
  4. Entwickelt eine Vorgehensweise für Versorgungsunternehmen und Behörden zur Unterstützung von bottom-up Initiativen und zur Sicherstellung des Baus von Fernwärmenetzen.
  5. Zeigt Synergien mit anderen energie- und lebensstilbezogenen Themen.

#SaveFood

Rund ein Drittel der in der Schweiz produzierten Lebensmittel landet im Abfall. Das entspricht rund 2 Millionen Tonnen Lebensmitteln pro Jahr. Fast die Hälfte des Abfalls wird in privaten Haushalten erzeugt. Wenn wir Lebensmittel wegwerfen, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Boden und fossile Brennstoffe unnötig belastet. Die Hauptgründe für die hohe Menge an Lebensmittelabfällen in den Haushalten sind ungenügendes Wissen über Haltbarkeit, Lagerung und Methoden zur Verwertung von Rückständen sowie mangelndes Bewusstsein für die eigenen Lebensmittelabfälle und den Wert von Lebensmitteln. Wie können Konsumenten und Konsumentinnen motiviert werden, ihren Umgang mit Lebensmitteln zu verbessern?

Für die Regierung von Basel-Stadt ist die Ernährung ein wichtiger Handlungsbereich für eine nachhaltige Entwicklung. Rund ein Drittel der Umweltbelastung der Schweiz ist auf die Ernährung zurückzuführen. Der auf der Expo Milano 2015 unterzeichnete Mailänder Pakt für die städtische Lebensmittelpolitik war ein zusätzlicher Impuls für den Regierungsrat zur Förderung einer nachhaltigen Ernährung.

Mit dem nachhaltigen Ernährungspaket Basel-Stadt 2019-2021 „Basel isst gerne aus Stadt und Land“ sollen bestehende und neue administrative Massnahmen koordiniert und gefördert werden. Die Ziele des Massnahmenpakets sind:

  1. Stärkung der regionalen Nahrungsmittelversorgung und Wertschöpfung
  2. Unterstützung einer vielfältigen, gesunden, fairen und umweltverträglichen Lebensmittelversorgung
  3. Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Um sicherzustellen, dass die privaten Haushalte bei den Speiseresten keine Spitzenplätze mehr einnehmen, führt das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt seit 2015 eine jährliche Informationskampagne durch. An einem gemeinsamen Informationsstand mit dem privaten „Food Sharing“ und „Backwaren Outlet“ erhält die Bevölkerung Tipps und Tricks zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Der Kanton ist auch finanziell an der nationalen Kampagne „Save Food – Fight Waste“ beteiligt, die von der Pusch-Stiftung im Herbst 2019 gestartet wird. Auch für Kindergärten und Schulen gibt es verschiedene Angebote zum Thema.

Die Lösung sollte auf die breite Bevölkerung ausgerichtet, skalierbar und nachhaltig sein, Einzelpersonen und Gemeinden erreichen und für den Kanton Basel-Stadt finanziell möglich sein.

#UrbanCycling

Auch in Basel sind viele Routen mit dem Auto befahrbar. Das Radfahren ist emissionsfrei, platzsparend, gesund und bietet eine schnelle, komfortable und attraktive Alternative im Stadtverkehr. Viele Menschen wagen es jedoch nicht, in der Stadt zu radeln. Wie können wir sie motivieren, zum ersten Mal oder öfter Fahrrad zu fahren? RadfahrerInnen sollten sich immer sicher fühlen und Spass auf den beiden Rädern haben.

Basel ist die Stadt der kurzen Wege und doch werden nur 16 % der Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dennoch liegt Basel an der Spitze der Schweizer Städte. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die fahrradfreundlichste Stadt der Schweiz zu werden! Alle Strassen sollten schnell, direkt und sicher sein. Denn diese Faktoren entscheiden darüber, ob man sich für das Fahrrad oder ein anderes Verkehrsmittel entscheidet.

Für jede zweite befragte Person im Jahr 2014 ist die Angst vor Unfällen der Grund, warum sie nicht radelt. Obwohl diese Zahl bei den RadfahrerInnen niedriger ist, hat fast jeder Dritte in dieser Gruppe Angst vor einem Unfall. Die Unzufriedenheit der Eltern kann nicht nur zu ihrem eigenen Verzicht führen, sondern auch zu einem Mangel an Unterstützung oder Ermutigung für ihre Kinder, Rad zu fahren. Eine objektive und subjektive Verkehrssicherheit ist daher für die Förderung des Radsports unerlässlich. Nur wenn die Sicherheit objektiv hoch ist und subjektiv als hoch wahrgenommen wird, steigt die Bereitschaft zum Radfahren.

Laut der Umfrage sind allgemeiner Komfort, Wetter, die Gefahr von Diebstahl und Lärm auch relevante Gründe, warum Menschen nicht Fahrrad fahren. Im vergangenen Jahr präsentierten die Medien auch die hohen Bordsteinränder als Verschlechterung für RadfahrerInnen. Die Studie über die Nutzung von Fahrrädern durch Jugendliche liefert weitere Hinweise: Der öffentliche Verkehr wird als wichtiger sozialer Treffpunkt, praktisch und komfortabel wahrgenommen. Die befragten 12- bis 17-jährigen Jugendlichen wurden von rücksichtslosen AutofahrerInnen, verwirrenden Kreuzungen und Tramverkehr nicht bevorzugt. In einigen Gruppen gilt das Radfahren auch als „uncool“ und die Unterstützung der Eltern fehlt oft. Darüber hinaus kann jeder Unfall oder Defekt am Fahrrad zu einer Änderung des Transports führen.

  1. Wie können wir dazu beitragen, subjektive oder objektive Gefahrenstellen zu vermeiden oder sicher damit umzugehen?
  2. Welche Kennzeichen verbessern die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl?
  3. Wie können wir die städtischen Verkehrswege vereinfachen?
  4. Welche Informationen können wir nutzen, um Jugendliche, Erwachsene und Eltern für das Radfahren zu begeistern?
  5. Wie können wir verhindern, dass frühere RadfahrerInnen zu Beginn neuer Lebensphasen (Umzug, Arbeitsplatzwechsel, 18. Geburtstag, etc.) nicht radeln?
  6. Wie kann das Radfahren über kurze Strecken im Einkaufsverkehr / Freizeitverkehr / Pendlerverkehr gefördert werden?

Die Lösungsideen sollten keine neuen Infrastrukturen beinhalten, aber infrastrukturelle Anpassungen können Teil der Lösung sein.

Über das EIT Climate-KIC

Das EIT Climate-KIC ist eine europäische Wissens- und Innovationsgemeinschaft, die sich für einen beschleunigten Übergang zu einer CO2-freien Wirtschaft einsetzt. Mit Unterstützung des europäischen Innovations- und Technologieinstituts identifizieren und unterstützen sie Innovationen, die der Gesellschaft helfen, den Klimawandel abzuschwächen und sich an ihn anzupassen. Sie glauben, dass eine dekarbonisierte, nachhaltige Wirtschaft nicht nur notwendig ist, um katastrophalen Klimawandel zu verhindern, sondern auch eine Fülle von Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft bietet.

Hintergrund des Climathons 2018

Climathon ist eine globale Bewegung, die sich der Lösung der schwierigsten klimatischen Herausforderungen widmet, denen Städte gegenüberstehen. Der 24-Stunden-Hackathon fand am 26. Oktober 2018 gleichzeitig in 113 Städten, 46 Ländern und auf sechs Kontinenten statt. Climathon zog über 5’000 UnternehmerInnen, EntwicklerInnen, Studierende und Fachleute an, um an neuen, kreativen Lösungen für lokale Herausforderungen des Klimawandels zu arbeiten. Weltweit stellten sich die Teilnehmenden 196 Klimaherausforderungen; 19 % fokussierten sich auf Mobilität, 15 % auf Abfallwirtschaft, 10 % auf Klimawandel (Verringerung der Umweltauswirkungen, Notfälle, Überschwemmungen, Biodiversität) und 10 % auf Energie. Auf der Climathon-Website werden Lösungen für die Herausforderungen des Klimawandels aus aller Welt gesammelt.

Der Europäische Bürgermeisterkonvent hat sich mit Climathon zusammengeschlossen und alle Gemeinden ihrer Region eingeladen, sich dieser globalen Bewegung anzuschliessen. Im Oktober hatte Climathon eine potenzielle Reichweite von 156 Millionen potenziellen ZuschauerInnen (umfasst alle Medien – Online-Presse, Website und Social Media). Bis Januar 2018 wurde Climathon bereits in 851 Artikeln auf der ganzen Welt vorgestellt. Auf Instagram und Twitter wurden 17’640 Beiträge zu Climathon veröffentlicht und hochkarätige UnterstützerInnen wie Ellen MacArthur, Katharine Hayhoe, Caroline Gleich und UNFCC vorgestellt. Ein Mainstage-Event in Turin, Italien, diente als Verbindungspunkt für alle Climathon-Veranstaltungen rund um den Globus. Diese Veranstaltung wurde von der Stadt Turin unterstützt. Live-Übertragungen aus Turin wurden von 279’848 Menschen gesehen, hatten eine Reichweite von fast 600’000 auf Facebook und beinhalteten Sprecher wie Paola Maugeri, Schriftstellerin/TV-Journalistin, Marco Cattaneo, Chefredakteur von National Geographic Italien, Stefano Boeri, Architekt und Pietro Leeman, berühmter vegetarischer Koch.

Herausforderungen des Climathons 2018

Die 196 Klimaherausforderungen, die von Städten auf der ganzen Welt vorbereitet wurden, konzentrierten sich hauptsächlich auf Mobilität und Abfallwirtschaft. Die meisten Herausforderungen im Bereich der Mobilität zielen darauf ab, das Problem der Privatfahrzeuge zu lösen, den öffentlichen Verkehr zu verbessern und den Verkehr in den Städten zu verringern. Ebenso konzentrieren sich die Herausforderungen der Abfallwirtschaft auf die Reduzierung von Kunststoffen, festen Abfällen und die Beseitigung von Deponien.

Die meisten Herausforderungen im Energiebereich fokussierten auf erneuerbare Energien, auf die Verbesserung der Gebäudeeffizienz und die Schaffung neuer Heizsysteme und dezentraler Energiesysteme. Im Bezug auf naturbasierte Lösungen konzentrieren sich die Städte auf die Verbesserung und Entwicklung von Grünflächen und die Reduzierung von Wärmeinsel-Effekten. Die Herausforderungen für die Kreislaufwirtschaft fokussierten sich auf Lebensmittelabfälle und die Reduzierung von Kunststoffen sowie die Beseitigung von Deponien.

Die wichtigsten Hebel des Wandels beziehen sich auf die Beteiligung der BürgerInnen (inkl. Jugend und Integration), Technologie, Verhalten (inkl. Kultur und Denkweise), Daten und Bewusstsein. Die meisten Städte sind der Ansicht, dass die Kombination vieler dieser Hebel der Schlüssel zum Erfolg ist, um den Wandel voranzutreiben.

Wichtigste Ergebnisse

  • Die meisten Städte sind der Ansicht, dass die Luftverschmutzung der Städte durch ihre dysfunktionalen und nicht nachhaltigen Verkehrsmittel verursacht wird. Die Luftqualität hängt von einer nachhaltigen Mobilität ab.
  • Die meisten Städte mit Flüssen und Kanälen erkunden Möglichkeiten zur Verbesserung der Wassermobilität. Darüber hinaus stehen Städte mit Häfen vor ähnlichen Herausforderungen.
  • Die meisten Städte müssen Kapazitäten aufbauen (Sensibilisierung) und Projekte, Pläne und Strategien vorbereiten. Nur wenige fordern die Umsetzung von Massnahmen.
  • Städte im globalen Süden und einige europäische Länder im Süden Europas spüren die Auswirkungen des Klimawandels stärker und sind besorgt, dass sie mit den Notfällen umgehen müssen. Die Prioritäten sind auf jedem Kontinent unterschiedlich. Im Allgemeinen wird jedoch die Produktivität der landwirtschaftlichen Flächen weltweit beeinträchtigt.

Fragen, Ideen oder Inputs? Kontaktiere climathon.basel@impacthub.net

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